Kurzbeschreibung des Projektes
Willkommenskultur Praktisch: Begegnung und Beziehung leben als Voraussetzung für mögliche Integration

Projektträger: Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen.

Welche aktuelle Problemlage motiviert uns zu diesem Projekt?

Seit Juni 2015 arbeiten wir als Verein, in Zusammenarbeit mit anderen Partnern, erfolgreich in dem Bereich der Flüchtlingshilfe, finanziert durch die Evang.-Luth. Landeskirche Sachsens. Erste Erfahrungen im Arbeitsfeld wurden gemacht. Dieses Projekt lief bis Februar 2016. Der im Verein über diese Fördermittel angestellte Sozialarbeiter hatte gekündigt und übernahm ein anderes Arbeitsfeld mit jungen Migranten (UMA). Die Arbeit war dauerhaft nicht allein mit ehrenamtlichen Kräften realisierbar. Die ehrenamtliche Arbeit muss von mindestens einem hauptamtlich Angestellten betreut und koordiniert werden. Um neue Mitarbeiter zu heute marktüblichen Konditionen einstellen zu können, benötigten wir zusätzliche über einen gewissen Zeitraum gesicherte Mittel.

Die bisher gesammelten Erfahrungen können so aufgegriffen und das bestehende Netzwerk von Beziehungen verstärkt werden.

Welche Ursachen liegen dem Problem zu Grunde?

  • Der Fabrik CVJM e.V. hat ein ehemaliges Jugendgästehaus in ein Asylbewerberwohnheim umgebaut und vermietet.
  • In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gelände befinden sich ein Wohnheim u.a. für Berufsschüler und ein Spielplatz. Hier gab es bereits fremdenfeindliche und rechtsradikale Tendenzen.
  • Auf dem Areal, welches im Besitz des Fabrik CVJM e.V. ist, gibt es einen schon jetzt als Raum der Begegnung genutzten Saal des Vereins.
  • Obwohl es in Reichenbach auch andere ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingsarbeit gibt, hatte sich unsere Arbeit doch sehr gut entwickelt, so dass wir schon jetzt über 150 Personen erreichten.
  • Es bestehen gute aber noch wenig genutzte Kontakte zu Sportvereinen, sozialen Gruppen und Kirchgemeinden.

An welche Zielgruppe richtet sich das Projekt?

Die Maßnahme ist überwiegend gerichtet an:

  • Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund, insbesondere anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber, weil sich das Asylbewerberwohnheim und die anderen Unterkünfte (Wohnungen) der Flüchtlinge in der Nähe befinden
  • Menschen aus der Stadt, insbesondere einheimische Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit dem Ziel der Förderung von Toleranz für Belange der Asylbewerber und Flüchtlinge - vor allem bei Menschen mit rechtsradikalen oder linksradikalen Tendenzen bzw. aus deren Umfeld / Freundeskreis, (zur Vermeidung von Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit) weil die Einheimischen die besonderen Bedürfnisse der Migranten nicht kennen, sondern z. T. diesen gegenüber sehr kritisch, bis hin zu fremdenfeindlich auftreten.

Folgende Schritte und Maßnahmen sind im Rahmen des Projektes geplant:

  • sportliche Events (Fußball-Turnier, Kicker u.a.) organisieren und durchführen
  • gemeinsame Ausflüge, Exkursionen, Wanderungen, Freizeiten – auch mit erlebnispädagogischen Elementen (z. Bsp. Ponyreiten) organisieren und durchführen
  • Veranstaltungen organisieren und durchführen (Grillfest, Sommerfest, Konzerte, Vorträge, Beteiligung bei Straßen- und Stadtfesten, "Flüchtlingsgipfel", landesspezifische Informationen von Herkunftsländern u.a.)
  • gemeinsames ehrenamtliches Arbeiten und Gestalten (Verschönerungs- und Pflegearbeiten, z. Bsp. auf städtischen Plätzen und Liegenschaften, künstlerische Projekte, gemeinsames Kochen und Essen)
  • individuelle Beratung, Betreuung und Begleitung
  • Organisation von Hilfe bei persönlichen Anliegen
  • Zusammenarbeit mit anderen regionalen und überregionalen Partnern, Vereinen, Verbänden, Kirchen, Gemeinschaften und Verwaltungen
  • Organisation, Durchführung und Mitwirkung an Netzwerktreffen (CVJM Regionaltreffen Weischlitz und andere Veranstaltungen des Landesverbandes)
  • Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Eingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen, insbesondere von anerkannten Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern

Was wollen wir mit dem Projekt erreichen und welche Ergebnisse wollen wir erzielen?

  • soziale und berufliche Eingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen, insbesondere von anerkannten Flüchtlingen,
  • Einleben der Zuwanderer in der Stadt und in Ihrer Umgebung u.a. durch positive Aktionen (Teilnahme an Arbeitseinsätzen, Stadtfesten, Weihnachtsmarkt, Parkpflegeaktionen, Kultur-Events, Ausflügen, Freizeiten 1-2x p.a. u.a.)
  • Kenntnisse der Zuwanderer über die Stadt, ihre Bewohner, Denkweisen, Geschichte, Traditionen, Lebensgewohnheiten u.a. werden vermittelt durch Schulung und regelmäßiger Begegnung zwischen Flüchtlingen und Einheimischen (4x p.m.),
  • Sensibilisierung der Einheimischen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen für Belange der Asylbewerber, Förderung von Toleranz durch gemeinsames Essen, Reiten, Spiel (z. Bsp. Fußball-Wettkämpfe),
  • Organisation von landesspezifischen Veranstaltungen (z. Bsp. Syrien - Hintergründe, Situation, Ursachen)

Maßnahmen zur Qualitätssicherung:

  • Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk im Kirchenbezirk Auerbach zur Qualitätssicherung (Begleitung, Beratung
    für unsere Mitarbeiter und Ehrenamtliche)
  • internes Berichtswesen und Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Vogtlandkreis und dessen Mitarbeitern, insbesondere dem Ausländeramt, Jugendamt,
    und Kontrolle durch diese
  • Erfassung und konkrete Befragung der Teilnehmer an unseren Veranstaltungen mit mehrsprachigen Fragebögen und deren Auswertung zur Verbesserung der Angebote, Fragebogenaktion in der Stadt mit Auswertung,
  • Zusammenarbeit mit der Witt Schulungszentrum GmbH

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Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes." Landessignet des Freistaates Sachsen nach Wappenverordnung vom 4. März 2005 (SächsGVBI. S. 40)